| Akronym | CO-WOERK |
| Projekttitel | Community zum Wissenstransfer OER: Netzwerk von Bildungsakteur:innen |
| Förderrichtlinie | OE_COM |
| Laufzeit | 01.06.2024 – 31.05.2027 |
| Status | laufend |
| Ansprechpartner | Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Dr. Christin Barbarino Hochschule Neubrandenburg – University of Applied Sciences Prof. Dr. Matthias Müller E-Mail: barbarino[ät]europa-uni.de mueller[ät]hs-nb.de |
| Webseite: | https://www.co-woerk.de |
| Förderkennzeichen | 01PO23013 |
| Projektpartner | Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg – Informations-, Kommunikations-, und Medienzentrum (IKMZ) Universität Potsdam – Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium (ZfQ) Hochschule Neubrandenburg – University of Applied Sciences – Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung Universität Rostock – Institut für Wirtschaftspädagogik – Institut für Berufspädagogik |
| Zielgruppe | Hochschulen, Hochschullehrende, Studierende, Berufliche Schulen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler |
| Projektschwerpunkte | Hochschullehre, Berufliche Bildung, Community-Erweiterung, Kompetenzaufbau, Strukturentwicklung |
| Fördersumme | 2.725.774,41 € |
| Kurzbeschreibung | Das zentrale Ziel des Projekts „Community zum Wissenstransfer OER: Netzwerk von Bildungsakteur:innen“ (CO-WOERK) ist die Etablierung einer bundesländerübergreifenden OER-Community für die Bereiche Hochschullehre und berufliche Bildung. Dafür adressiert das Projekt den systematischen Ausbau der OER-Kompetenzen und des OER-Bewusstseins von Lehrenden an Hochschulen und in der beruflichen Bildung durch den Zusammenschluss der OER-Akteure und Akteurinnen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in einer moderierten Arbeitsgemeinschaft und durch zielgerichtete Weiterbildungen. Auf diese Weise sollen bereits vorhandene, regionale OER-Netzwerke gestärkt werden und neue Netzwerke integriert werden. Im Projektverlauf soll das Netzwerk auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden, um wechselseitig Erfahrungen auszutauschen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die bestehenden Communities und ihre Organisationen gestärkt, Netzwerkarbeit betrieben und die Organisationen ausgeweitet sowie neue Akteure und Akteurinnen für die Community gewonnen. Dieser Prozess wird durch die Entwicklung eines OER-Ökosystems aus Unterstützungs- und Beratungsleistungen sowie eines Anreizsystems und Hilfe bei der Qualitätssicherung und -entwicklung befördert. |
Projektlupen
April 2026
Community of Practice: Monatliche Online-Treffen im Sommersemester
Mit frischem Elan und neuen Themen startet das Co-WOERK Team nach den Osterferien wieder seine monatlichen Online-Treffen der Co-WOERK Community of Practice. Im Sommersemester möchten wir gemeinsam einen Blick auf die Qualität von offenen Bildungsmaterialien werfen und didaktische Konzepte und alternative Prüfungsformen diskutieren. Zudem kümmern wir uns erneut um rechtliche Fragen aus der Community zum Thema Urheberrecht, KI & Co.
Los geht`s am Donnerstag, den 23. April, von 13:00 bis 14:30 Uhr mit dem Thema „OER-Materialien einschätzen und bewerten: Qualitätskriterien für die Praxis“. Im Fokus steht zunächst, was eigentlich unter dem Begriff Qualität im Rahmen von Lehr-/Lernmaterialien verstanden werden kann und welchen Einfluss verschiedene Perspektiven haben (z.B. Produzentin/Produzent vs. Rezipientin/Rezipient). Außerdem gibt Tina Neff, Lehrkraft in der Germanistischen Didaktik an der Universität Vechta und engagierte Vorreiterin im Themenfeld digitales Lernen, Einblicke in die Redaktionsprozesse der OER-Plattform WirLernenOnline (WLO) und berichtet von der Qualitätssicherung in dieser OER-Community. Darüber hinaus stellen wir konkrete Qualitätskriterien für OER in der Schulpraxis und Hochschullehre anhand unterschiedlicher Checklisten vor.
Anschließend trifft sich die Community jeweils donnerstags einmal im Monat online, um sich über neue Tools, Entwicklungen und offene Bildungspraktiken auszutauschen.

Alle Termine im Überblick
Donnerstag, 23.04., 13 – 14:30 Uhr: OER-Materialien einschätzen und bewerten: Qualitätskriterien für die Praxis
Donnerstag, 21.05., 13 – 14:30 Uhr: Urheberrecht, KI & Co – Sie fragen, wir antworten
Donnerstag, 04.06., 13 – 14:30 Uhr: Lehrkräfte und offene Praktiken: Neue Impulse für das Lehren im KI-Kontext
Donnerstag, 02.07., 13 – 14:30 Uhr: Wo passt offene Lehre? Didaktische Konzepte und alternative Prüfungsformen
Anmeldungen sind jederzeit über kontakt@co-woerk.de möglich.
Für alle Interessierten, die neu in der OER Community sind oder einige Online-Treffen verpasst haben – auf der Co-WOERK Projektwebseite sind alle Informationen, Präsentationen und die wichtigsten Links zu den besprochenen Themen der bisherigen Community of Practice-Treffen zu finden.
März 2026
Co-WOERK stellt OER-Anreizmatrix bei FOERBICO Tagung vor
„Mit OER zu einer Kultur des Teilens“ lautete das Motto der wissenschaftlichen Tagung, zu dem das Verbundprojekt FOERBICO vom 24. bis 25. Februar 2026 nach Nürnberg eingeladen hatte. Im Mittelpunkt stand die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse ihrer empirischen Untersuchung zu religionsbezogenen OER-Communities, die mit Impulsen aus der Forschung, Stimmen aus der Praxis und interaktiven Formaten ergänzt wurde.

In diesem Rahmen nutzten die Co-WOERK Community Managerinnen Nancy Walter (Universität Potsdam) und Silvia Retzlaff (Universität Rostock) die Chance, ihre „Anreizmatrix für das Arbeiten mit offenen Bildungsmaterialien (OER)“ vorzustellen. Wer OER verbreiten, offene Praktiken stärken oder Communities entwickeln will, braucht mehr als ein grobes Zielgruppenbild. Entscheidend ist: In welcher Adoptionsphase befinden sich die Menschen in Bezug auf OER und welche Anreize bringen sie von dort aus tatsächlich dazu, selbst OER zu erstellen oder andere offene Praktiken in ihren Lehr-/Lern-Alltag zu integrieren?
Im Projekt Co-WOERK wurde dafür eine OER-Anreizmatrix entwickelt, die zwei Perspektiven verbindet:
- Adoptionsphasen. Von Awareness bis Integration – wo steht die Zielgruppe gerade in ihrer OER-Entwicklung?
- Anreizkategorien. Welche Motive und Anreize fördern die Nutzung und Verbreitung von OER? Welche Anreize können Studierende, Hochschullehrende, Referendarinnen und Referendare und Lehrkräfte an beruflichen Schulen dazu motivieren, OER zu entdecken, zu nutzen, zu erstellen und zu teilen? Sind es immaterielle Anreize (z. B. Info-Veranstaltungen, OER-Webseiten, Werbematerial oder Austauschformate wie Stammtische), materielle Anreize (z.B. OER-Publikationen, Zertifikate, Zeitressourcen oder monetäre Leistungszulagen), soziale Anreize (z. B. Begegnungen bei OER Camps, Community-Erleben wie unsere Community of Practice) oder strukturelle Anreize (z. B. OER Richtlinien und Policies, OER als Standard, Experten-Input und Beratung als Serviceleistung), oder eine Mischung von allem?
Die OER-Anreizmatrix hilft an dieser Schnittstelle dabei, passende Anreizstrategien zu identifizieren, die genau zur eigenen, definierten Zielgruppe passen.
„Die Anreizmatrix unterstützt uns bei der Planung konkreter Maßnahmen. Im Projekt haben wir die Matrix beispielsweise mit den zuvor entwickelten Personas unserer Zielgruppen kombiniert. Dadurch konnten wir die Gestaltung von Veranstaltungen gezielt standortspezifisch reflektieren und planen. Ein zentraler Vorteil der Matrix liegt darin, dass wir über dieselben Konzepte sprechen können, ohne die Besonderheiten der jeweiligen Hochschul- und Schulstrukturen aus dem Blick zu verlieren“, erklärte Silvia Retzlaff, Co-WOERK Community Managerin an der Uni Rostock. „Darüber hinaus kann sie genutzt werden, um Erfahrungen aus unterschiedlichen Standorten – auch projektübergreifend – systematisch zu sammeln und zu kategorisieren. Im Rahmen des Abends der Begegnung hatten Nancy Walter und ich die Möglichkeit, mit verschiedenen OER-Expertinnen und -Experten zu sprechen, die sich selbst in der Matrix verortet und mit uns weitere relevante Anreize diskutiert haben.“
Im Co-WOERK Projekt haben wir während eines Team-Workshops beispielsweise anhand der Matrix die Ideenfindung, Planung und Bewerbung unseres Co-WOERK Werkstatt-Tages an unseren verschiedenen Standorten vorangetrieben. Ausführliche Informationen und Links zu allen Anreizkategorien, Anreizbeispielen und Planung sind in diesem Blogbeitrag zusammengefasst.
Februar 2026
Gemeinsame Lernmomente beim Co-WOERK Werkstatt-Tag
Unter dem Motto „Bildung gemeinsam gestalten mit OER“ hatte das Co-WOERK Team Ende Januar zum 2. Werkstatt-Tag eingeladen. An den verschiedenen Projektstandorten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurde mit Lehrenden, Lehrkräften und Studierenden diskutiert, ausprobiert und gemeinsam an offener Lehre gearbeitet.
Den gemeinsamen Auftakt für alle Standorte bildete die Online-Keynote von Nadine Linschinger zum Thema „Let’s level up together: Impulse für eine offene Bildungspraxis.“ Nadine Linschinger ist Open-Education-Managerin am Zentrum für digitales Lehren und Lernen der Universität Graz (Österreich) und beschäftigt sich mit Strategien und Projekten im Bereich OER. Zunächst waren die knapp 60 Teilnehmenden aufgefordert, die Community daran teilhaben zu lassen, was Offenheit für jeden Einzelnen bedeutet: Einblicke in meine Lehre gewähren, freier Zugang zu Materialien und freier Austausch, transparentes Arbeiten, barrierefreier Zugang zu Bildungsressourcen sowie Kooperationsmöglichkeiten und Wertschätzung waren nur einige Punkte, die genannt wurden.
Nadine Linschinger sieht Open Education in ihrem Impulsvortrag als Motor für Chancengleichheit und Partizipation, als Möglichkeit für Barrierefreiheit und Inklusion, als Plattform für Kollegialität und Flexibilität und als Weg zu Nachhaltigkeit und Transparenz. Am Beispiel der Universität Graz zeigte sie auf, wie OER strategisch an der zweitgrößten Universität Österreichs eingebunden sind. Bereits 2011 fand dort ein erstes OER-Symposium statt, 2020 beschloss das Rektorat eine OER-Policy, 2022 wurde das Weiterbildungsangebot „OER nutzen und erstellen“ akkreditiert und 2023 wurde die Universität Graz zur ersten „Certified OER Higher Education Institution“ benannt. Im Zentrum für digitales Lehren und Lernen gibt es seitdem den Fachbereich „Open Education“, in dem mittlerweile 55 Mitarbeitende das Zertifikat „OER nutzen und erstellen“ erworben und insgesamt 1292 OER im Portal der Universität veröffentlicht haben (Stand: Januar 2026).
Trotz scheinbar idealer Voraussetzungen stellt Linschinger selbstkritisch fest, dass die motivierte Kerngruppe im Verhältnis zu den an den Uni Lehrenden klein ist, und Strategiedokumente und eine OER Policy zwar wichtig sind, aber keinen grundsätzlichen Kulturwandel schaffen. Weitere Erfahrungen und Learnings, Motivationsfaktoren für Lehrende und Erfolgsrezepte zum Umgang mit OER sind in der Präsentation zu finden, die hier zum Download bereitsteht.
Ein Tag voller Austausch und neuer Perspektiven
Im Anschluss an die Keynote wurde an den fünf Co-WOERK Standorten in Cottbus, Frankfurt (Oder), Neubrandenburg, Potsdam und Rostock ein vielseitiges Programm geboten. In Workshops, Open Studios und kurzen ergebnisorientierten Arbeitsphasen nutzten Teilnehmende vor Ort die Möglichkeit, in die Praxis der digitalen Lehrmittelerstellung einzutauchen. So gab es an der Europa-Universität Viadrina einen „OER Sprint“ für Mitarbeitende des Zentrums für Lehre und Lernen (ZLL), in dem vorhandenes Material in offene Ressourcen umgewandelt und ins Portal twillo geladen wurde.
„Mir hat die Begleitung durch das Co-WOERK-Team richtig gut gefallen. Sie haben uns Schritt für Schritt durch den Prozess der OER-Erstellung geführt – erst ein Mini-Qualitätscheck, dann Rechte-Check und Lizenzentscheidung, und schließlich der Upload auf twillo“, erklärt Klaudia Kazana, akademische Mitarbeiterin des ZLL. „Meine Präsentation war schon fertig, ich musste sie nur noch OER-gerecht prüfen. Ich hatte in meiner PowerPoint Icons bzw. Piktogramme benutzt, die nicht OER-konform, also urheberrechtlich geschützt sind, was mir vorher nicht bewusst war. In meinem OER-Material habe ich diese Icons daher weggelassen. Es ist toll, dass ich in kurzer Zeit ein Lehrmaterial veröffentlicht habe, von dem ich hoffe, dass andere Lehrende darauf zugreifen, sich inspirieren lassen und meine Inhalte nutzen, anpassen oder erweitern, um sie für ihre eigene Lehre einzusetzen.“ Klaudia Kazanas OER-Präsentation zum Thema „Let‘s collaborate! Collaborative Learning Tools & Fostering Student Collaboration“ steht hier zum Download bereit.
An der Universität Potsdam kamen unsere Co-WOERK Mitarbeitenden in dezentralen Workshops und individuellen Beratungsangeboten mit Lehrenden in den Austausch, u.a. im Mathetreff am Campus Golm. Dort wurde in kleiner Runde mit Lehrenden aus der Mathematikdidaktik darüber gesprochen, wie Materialien als OER veröffentlicht werden können – von rechtlichen Grundlagen bei Creative-Commons-Lizenzen bis hin zu Publikationswegen und Nachnutzung – und wie generative KI bei einer barrierefreien Bereitstellung unterstützen kann. Am Campus Neues Palais ließ sich ein Student konkret zur Einbindung von Videos und didaktischen Gestaltung seiner offenen Unterlagen beraten.
„Der Werkstatt-Tag hat gezeigt, dass sich offene Bildungspraxis am besten im praktischen Tun, im gemeinsamen Klären von rechtlichen Fragen und in der Weiterentwicklung bestehender Materialien zeigt. Wir haben bewusst auf ein mobiles Beratungsangebot gesetzt, das zu den Lehrenden kommt und sich in der Beratung konsequent an deren konkreten Fragen ausrichtet“, erklärt Nancy Walter, Community Managerin der Universität Potsdam.
Auch in Neubrandenburg und Rostock ließen sich Lehrkräfte individuell beraten. In Cottbus fand unter der Leitung von Andreas Brandt ein Workshop „Interaktive Lernwelten mit H5P selbst gestalten“ statt. Anschließend wurde in größerer Runde zum Thema „Wege zu mehr Openness: Eine OER-Policy für die BTU?” diskutiert.
Fazit: Egal wo, es war ein Tag voller Austausch, neuer Perspektiven und gemeinsamer Lernmomente.



Januar 2026
Co-WOERK Werkstatt-Tag – Bildung gemeinsam gestalten mit OER

Zum Abschluss des Wintersemesters lädt das Co-WOERK Team Lehrende, Lehrkräfte, Studierende und alle Interessierten am Donnerstag, den 29. Januar 2026, von 10 bis 17 Uhr herzlich zum 2. Werkstatt-Tag ein. Den Auftakt macht um 10 Uhr Nadine Linschinger, Open Education Managerin an der Universität Graz, mit einer Online-Keynote zum Thema „Let’s level up together: Impulse für eine offene Bildungspraxis“.
Im Anschluss wird an den fünf Co-WOERK Standorten ein vielseitiges Programm geboten. In Workshops, Open Studios und kurzen ergebnisorientierten Arbeitsphasen haben Teilnehmende vor Ort die Möglichkeit, in die Praxis der digitalen Lehrmittelerstellung einzutauchen. Sie lernen interaktive Tools wie H5P und die Studioausstattung von Podcast bis VR an den jeweiligen Standorten kennen und erfahren Schritt für Schritt, wie vorhandene Lehrmaterialien in offene Ressourcen umgewandelt und damit Teil einer innovativen Lehrkultur werden. Parallel informieren wir u.a. über Plattformen für offene Bildungsmaterialien, Creative Commons-Lizenzen und wie Studierende dank OER früh publizieren lernen.
Wie bei der Community of Practice vergeben wir für den Werkstatt wieder einen Open Educational Badge, ein digitales Zertifikat, das die eigenständige Lernpraxis dokumentiert und die Teilnahme sichtbar macht.
Dezember 2025
Co-WOERK feiert Bergfest – Halbzeit und voller Energie
In der ersten Adventswoche hieß es für uns kurz innehalten, denn das Co-WOERK Projekt hat Bergfest gefeiert. Co-WOERK steht für „Community zum Wissenstransfer OER: Netzwerk von Bildungsakteur:innen“ und ist im Juni 2024 als Verbundprojekt gestartet.
Da sich die Herausforderungen in der Lehre an verschiedenen Berufs- und Hochschulen ähneln, ist eine berufs-, hochschul- und bundesländerübergreifende Zusammenarbeit auch und, wie wir finden, gerade beim Thema offene Bildungspraktiken sinnvoll. Eine enge Zusammenarbeit mit regelmäßigen Treffen in Präsenz ist auch uns im Projekt wichtig. Deshalb haben sich die Mitarbeitenden aller Co-WOERK Standorte Anfang November an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) getroffen, um auf anderthalb Jahre Co-WOERK zurückzublicken und die Weichen für die nächsten Monate zu stellen. Es war eine Reise voller Aha-Momente, spannender Vernetzungen und erkenntnisreicher Abstecher.
Stimmen aus unserem Team:

Im Bild v.l.n.r. Gesina Seyfert, Karina Piersig, Heike Gruner, Jonathan Knappe, Marlen Schumann, Matthias Söll, Andreas Brandt, Silvia Retzlaff, Matthias Müller, Christin Barbarino, Tanja Jeschke, Christine Kolbe, Boguslaw Malys.
Prof. Dr. Matthias Söll (Universität Rostock): „Auf unserem OER-Weg fühlt sich das Co-WOERK-Bergfest wie ein erster Gipfelblick an: OER haben für mich das Tor zu Open Science weit geöffnet – und die Vielfalt der Wege, die die Communities darin gehen, überrascht und begeistert mich!“
Tanja Jeschke (BTU Cottbus-Senftenberg): „Ein wichtiges Learning: So viele Menschen halten an der Idee von Open Education fest und versuchen mit vielen Kräften, es zu (be-)leben. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass die Kultur des Teilens noch eine zarte Pflanze ist, die es zu pflegen gilt. Für die weitere Wegstrecke wünsche ich mir, dass sich mehr Universitäten und Hochschulen in Deutschland – auch offiziell z.B. in Form von Policies – zu Open Education und auch Open Educational Resources bekennen und diese Ideen aktiv fördern.“
Nancy Walter (Universität Potsdam): „Ich freue mich darauf, die entwickelte Matrix zu Anreizen mit der Praxis rückzukoppeln und mit unseren Communities herauszufinden, welche Maßnahmen wirklich etwas verändern.“
Andreas Brandt (BTU Cottbus-Senftenberg): „Wenn der Austausch funktioniert, kann man zusammen viel erreichen. Viele Lehrende sind interessiert an OER und sehen die Vorteile, aber in der täglichen Arbeit bleibt für didaktische Innovation leider immer nur wenig Zeit. Das ist doch eher ein strukturelles Problem. Wir haben im Projekt schon tolle Konzepte, Fragebögen, Handreichungen und Infrastruktur erarbeitet. Jetzt freue ich mich darauf, die Community mithilfe dieser Werkzeuge bei der praktischen Nutzung und Umsetzung von OER zu begleiten.“
Silvia Retzlaff (Universität Rostock): „Überraschend war für mich, wie sich unser OER-Stammtisch an der Universität Rostock allein über Ankündigungen im Uni-Newsletter und Weiterempfehlungen zu einer bunten Runde aus Didaktikerinnen und Didaktikern, Dozierenden und Studierenden sowie Kolleginnen und Kollegen der wissenschaftlichen Weiterbildung, der Universitätsbibliothek und dem ITMZ und mit Gästen aus anderen Standorten entwickelt hat. Für die weitere Wegstrecke wünsche ich mir noch mehr Gespräche mit OER-Interessierten, OER-Schaffenden und allen, die sie unterstützen. Dabei ist mir für alle Beteiligten auch eine langfristige Perspektive für Offenheit in Schule und Hochschule wichtig, damit das Potenzial des ,Nicht-allein-machen-Müssens‘ auf einer stabilen strukturellen Grundlage wachsen kann.“
Was haben wir bereits erreicht?
In über zehn Community of Practice-Treffen und Workshops haben wir Lehrende, Lehrkräfte, Studierende und Kolleginnen und Kollegen aus dem Third Space zusammengebracht und zu verschiedenen Themen wie z.B. offenen Lehrvideos und den Herausforderungen und Chancen beim Match von generativer KI und OER informiert. Außerdem stellten wir eine ganze Reihe digitaler Tools wie H5P, DeepSite, Excalidraw oder LiaScript vor, die die Produktion von offenen Bildungsmaterialien erleichtern können. Die Präsentationen der Online-Treffen sind hier zu finden. Seit diesem Semester vergeben wir für die aktive Teilnahme auch Open Educational Badges, digitale Teilnahmezertifikate für OER-Kompetenzen.
Mit Beiträgen auf Fachtagungen haben wir die Idee des offenen Teilens verbreitet und beispielsweise auf dem OERcamp in Hannover zum Thema „OER nach dem Organspendeprinzip“ diskutiert. Unser Newsletter erreicht 270 Abonnentinnen und Abonnenten, auf Social Media teilen wir regelmäßig Praxisbeispiele und Tool-Tipps.
Erkenntnisse und Ausblick
Unsere zentralen Fragen für die zweite Halbzeit: Wie werden wir zu thematischen Treibern an unseren Standorten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus? Was braucht es, damit offene Lehr- und Lernpraxis an Hochschulen für berufliche Bildung und Universitäten allgemein bekannter wird, sich langfristig etabliert und bleibt?
Grundsätzlich sehen wir, dass OER-Strategien sowohl in der Hochschule als auch in der beruflichen Bildung in unterschiedlichen Themenfeldern anschlussfähig sind. Die Kultur des Teilens sollte bereits Bestandteil der Lehrkräfteausbildung sein und über ein „Leitbild gute Lehre“ integriert werden. Entscheidend ist auch, die Schnittstellen zu Open Access und Open Science zu nutzen.
Eine wichtige Rolle spielen ein langer Atem und die Kommunikation in die unterschiedlichen Gremien unserer Institutionen. Der Austausch mit Bibliotheken, IT-Zentren oder dem Forschungsdatenmanagement kann hier ein guter Weg sein, um OER an der eigenen Hochschule bekannter zu machen und als Standard aufzubauen.
Wir freuen uns auf die zweite Projekthälfte, auf den Ausbau von Offenheit, Kollaboration, Infrastruktur und Sichtbarkeit und sind gespannt, was die zweite Wegstrecke an Learnings bereithält. Alle Ergebnisse werden auf unserer Co-WOERK-Abschlusstagung im Frühjahr 2027 an der Universität Rostock vorgestellt.
Oktober 2025
Interaktiver Moodle Selbstlernkurs zum Einstieg in OER

„Einstieg in OER – Open Educational Resources verstehen und nutzen“, so heißt der neue Moodle-Selbstlernkurs, der von den Co-WOERK Mitarbeitenden der Universität Potsdam konzipiert und diese Woche in einem Kick-Off Online-Seminar vorgestellt wurde. Der interaktive Moodlekurs orientiert sich ganz im Sinne des Teilens in der Struktur am OER Competency Framework und ist eine Weiterentwicklung eines Kurses der DHBW. Er behandelt u. a. Themen wie das Zusammenspiel von KI und OER und zeigt, welche Tools bei der Erstellung von OER hilfreich sein können.
„Unser Selbstlernkurs richtet sich an Studierende, studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte, Mitarbeitende und alle, die an einer niederschwelligen, aber gut strukturierten Einführung zum Suchen, Finden und Erstellen von offenen Bildungsmaterialien interessiert sind“, erklärt Nancy Walter, Co-WOERK Community Managerin an der Universität Potsdam. „Der Kurs ist zwar umfangreich, aber inhaltlich sehr abwechslungsreich aufbereitet und damit sowohl für Einsteigerinnen und Einsteiger geeignet als auch für alle, die ihr Wissen auffrischen möchten.“
Teilnahmebestätigung nach Abschlusstest
Der interaktive Kurs ist modular aufgebaut, dauert etwa fünf Stunden und bietet die Chance Schritt für Schritt zu erlernen, wie offene Bildungsmaterialien richtig genutzt, selbst erstellt und geteilt werden können. Anschauliche Grafiken und Videos unterstützen ebenso wie kleine Zwischentests, in denen man das Gelernte selbstständig anwenden kann. Nach erfolgreichem Bestehen des Abschlusstests gibt es eine Teilnahmebestätigung zum Herunterladen.
Der praxisnahe Kurs steht allen Interessierten unter diesem Link offen: https://openup.uni-potsdam.de/course/view.php?id=556.
Angehörige der Uni Potsdam nutzen ihre Unizugangsdaten und das Passwort. Externe legen sich für den Zugang zum Kurs über folgenden Link (https://openup.uni-potsdam.de/login/index.php) ein eigenes Konto an. Das Kurs-Passwort lautet: Co-WOERK2025
Für Fragen und Anregungen steht das Co-WOERK Team gerne zur Verfügung: www.co-woerk.de
Community of Practice als Hebel für länderübergreifenden Community-Aufbau
Das Projekt Co-WOERK ist ein Verbundvorhaben zur Etablierung einer länderübergreifenden OER-Community in Hochschullehre und beruflicher Bildung. Der Ansatz: OER-Bewusstsein und -Kompetenzen systematisch durch Online-Events und lokalen Community-Formaten ausbauen – regional verankert, bundesweit vernetzt. Das Co-WOERK-Team bietet der Community daher monatliche Online-Treffen, eine Kommunikationsplattform, Sprechstunden und einen regelmäßigen Newsletter.
Warum eine Community of Practice?
Unter einer Community of Practice versteht man eine Gruppe von Personen, die eine gemeinsame fachliche Praxis teilen und sich durch regelmäßigen Austausch in dieser Praxis verbessern – als aktive Lernende und Anwendende. Für Co-WOERK bedeutet das: wiederkehrende, strukturierte Austausch- und Lerngelegenheiten, in denen Praxisfragen und Kontextwissen wie z. B. Qualitätsstandards und Didaktik diskutiert und sozial verankert werden. So wurde in den monatlichen Online-Treffen bisher u. a. zum Open Library Badge, zu offenen Lehrvideos und den Herausforderungen und Chancen beim Einsatz von generativer KI informiert sowie verschiedene digitale Tools wie H5P, DeepSite oder Excalidraw vorgestellt, die die Produktion von offenen Bildungsmaterialien erleichtern können.
„Sozialer Anreiz“ – anschlussfähig von Anfänger bis Fortgeschritten
Aus Perspektive der Anreize für offene Bildungspraktiken fungiert die Community of Practice als sozialer Anreiz für unterschiedliche Zielgruppen: Niedrigschwellig für Einsteigerinnen und Einsteiger durch klare Einstiegs-„How-to“-Formate und Peer-Unterstützung live sowie für Fortgeschrittene insbesondere wertstiftend durch Vertiefungen und Showcase-Formate.

Das monatliche Online-Treffen verankert diese Logik organisatorisch, und die gewählten Themen entstehen aus den Interessen und Bedarfen der Mitglieder der Community. Die CoP versteht OER als Teil offener Bildungspraktiken (OEP): Offenheit wird nicht nur im Endprodukt (Material) sichtbar, sondern im Prozess – gemeinsame Gestaltung der CoP-Treffen, transparente Entscheidungen und direkter Einblick über die Projektwebsite. Neu für die nächsten Termine: Das Co-WOERK-Team schafft Sichtbarkeit für erworbenes Wissen und Fähigkeiten durch ein digitales Zertifikat über die Plattform Open Educational Badges – der Open Badge für die erste Veranstaltung ist hier zu sehen: zum Badge.
Nächste Veranstaltungen
Alle Termine finden Sie auf der Projektwebsite: https://www.co-woerk.de/veranstaltungen/