Transprofessionelle Organisationsentwicklung begleiten – Innovative Zusammenarbeit von Schulträgern zum digitalen Wandel und OER/ OEP

AkronymTOBIS
ProjekttitelTransprofessionelle Organisationsentwicklung begleiten – Innovative Zusammenarbeit von Schulträgern zum digitalen Wandel und OER/ OEP
FörderrichtlinieOE_Struktur
Laufzeit01.12.2024 – 30.11.2028
Statuslaufend
AnsprechpartnerHochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik, Berlin
Prof. Dr. Christin Tellisch
c.tellisch[ät]hsap.de
Webseitehttps://tobis.click
Förderkennzeichen01PO24003
ProjektpartnerOstfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Universität Vechta, Medienkompetenzzentrum
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
ZielgruppeSchulträger
ProjektschwerpunkteSchulentwicklung, Professionalisierung, Vernetzung
Fördersumme1.550.714 €
KurzbeschreibungIn dem Verbundvorhaben „TOBIS“ wird das Konzept der Transprofessionalität als wichtige Kompetenz von Schulträgern adressiert. Bei diesem Konzept handelt es sich um eine Form der Teamarbeit, bei der mehrere Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Berufsfeldern miteinander interagieren. Durch Transprofessionalität sollen Schulträger vermehrt in die Lage versetzt werden, ihre Schnittstellenfunktion bei der Digitalisierung an Schulen kompetent auszufüllen und dabei technische, organisatorische und pädagogische Belange gleichermaßen in den Blick zu nehmen.
Im Rahmen des Verbundvorhabens „TOBIS“ werden Schulträger mit unterschiedlichen Profilmerkmalen adressiert und durch verschiedene Maßnahmen wie Bedarfserhebungen, Netzwerkworkshops und individuelle Beratung intensiv in ihren Entwicklungsprozessen begleitet.

Projektlupe

Februar 2026
Gemeinsam gestalten: Auftaktworkshop eröffnet Räume für transprofessionelle Zusammenarbeit

Der Auftaktworkshop des TOBIS-Projekts brachte am Donnerstag, den 18. September 2025 an der Ostfalia Hochschule in Wolfsburg eine vielfältige Gruppe von über 50 Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Vertreterinnen und Vertreter aus 26 Einrichtungen – darunter Städte wie Dortmund und Nürnberg, Landkreise wie Emsland und Bautzen sowie freie Träger aus Berlin – nutzten die Gelegenheit, sich über ihre Ansätze und Fragen zur digitalen Schulentwicklung auszutauschen. Ziel war es, bestehende Erfahrungen sichtbar zu machen, voneinander zu lernen und neue Impulse für eine transprofessionelle Zusammenarbeit zu setzen.

Drei Themen gaben den inhaltlichen Rahmen des Workshops für die Schulträger vor: transprofessionelles Arbeiten, Governance-Strukturen sowie der Einsatz von Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP). Dass diese Themen in der Praxis bereits eine Rolle spielen, zeigten erste Einblicke in die Interviews mit den Schulträgern, die Teil der Bedarfserhebung zu Beginn des Projekts waren: In beispielhaften Ansätzen arbeiten IT-Fachkräfte, pädagogisches Personal und Verwaltungsmitarbeitende etwa in Mediensprechstunden eng zusammen, um gemeinsam über digitale Plattformen, Tools und medienpädagogische Zielsetzungen zu entscheiden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Umgang mit OER und OEP sehr unterschiedlich gehandhabt wird: Während manche Schulträger bereits erste Pilotprojekte umgesetzt haben, sind die Begriffe und das Potenzial nicht allen Institutionen und Akteuren und Akteurinnen bekannt. Die Ergebnisse der Bedarfserhebung bildeten die Grundlage für die Workshop-Phasen des Tages.
In der ersten Workshop-Phase am Vormittag tauschten sich die Netzwerke der städtischen, ländlichen und freien Schulträger unter sich über ihre jeweiligen Ausgangslagen und Herausforderungen aus. Am Nachmittag folgten thematische Workshops, wo sich die Netzwerke dann mischten. Am Beispiel von OER/OEP zeigte sich beispielsweise, wie Schulträger schrittweise vorgehen können – von ersten Erfahrungen mit bestehenden Materialien über Pilotprojekte bis hin zum Ziel, offene Bildungsressourcen bis 2030 ganz selbstverständlich zu nutzen und weiterzuentwickeln.

Am Ende des Tages zogen die Teilnehmenden ein positives Fazit. Die externe Projekt-Begleitung Prof.in Dr.in Julia Hense hob besonders die offene und vertrauensvolle Atmosphäre hervor, die von Beginn an konstruktive Diskussionen und einen respektvollen Austausch ermöglichte. Auch die eingesetzten Methoden wurden als förderlich bewertet. Teilnehmende lobten die angenehme Arbeitsatmosphäre und den gelungenen Auftakt. Für künftige Treffen wurde der Wunsch nach mehr Zeit für vertiefende Diskussionen geäußert. Im kommenden Jahr sind daher Online-Workshops zu den besonders nachgefragten Themen Künstliche Intelligenz und Datenschutz geplant.

Die Ergebnisse des Workshops fließen zudem in die weitere Projektarbeit ein. Das Projektteam wird die in den Workshop-Phasen erarbeiteten Ideen aufbereiten und gemeinsam mit den Schulträgern in Research-Practice-Partnerships weiterentwickeln. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite: tobis.click/news/

April 2025
TOBIS zu Gast auf dem Schulmedientag in Osnabrück

Schulvernetzung mal anders. Das Vechtaer TOBIS-Team, Annekatrin Bock, Franco Rau und Steffi Brunner, besuchte den diesjährigen Osnabrücker Schulmedientag, am Mittwoch, den 12. März 2025. Auf dem Barcamp kamen sie mit Schulen und Medienberatung in spannenden Barcamp-Sessions zu „Digitalisierung und Schule“ ins Gespräch!

Die von TOBIS gestaltete Barcamp-Session gab Einblicke in das TOBIS-Verbundprojekt und kam zu spannenden Einsichten rund um die Themen Transprofessionalität, OER und Schulträger. Die Zusammenarbeit der Anwesenden mit ihren jeweiligen Schulträgern gestaltet sich demzufolge sehr unterschiedlich – manche Schulen berichten von guter Kooperation und Gestaltungsmöglichkeiten, z.B. bei der gemeinsamen Planung neuer Räume der betreffenden Schule, bei der auch Aspekte der Digitalisierung berücksichtigt werden. Der Schulträger könne natürlich nicht alle Bedürfnisse eins zu eins erfüllen, jedoch gäbe es eine sehr offene, vertrauensvolle und transparente Kommunikation, berichtete eine Schulleitung. Andere Teilnehmende der Session würden sich mit ihrem Schulträger eine engere und effektivere Zusammenarbeit wünschen, bspw. im Hinblick auf feste Verantwortlichkeiten für die IT-Betreuung an jeder Schule; geeignetere Räume, die flexibel gestaltet werden können und den Lehrenden ermöglichen würden, verschiedene Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen (Stichwort Inklusion).

Ein weiterer spannender Einblick für TOBIS waren Überlegungen der Teilnehmenden zur Entscheidung für IT-Infrastruktur und Geräte in ihrer Schule. Eine Lehrkraft wünschte sich möglichst OpenSource-Lösungen, weil diese nicht (finanzielle) Abhängigkeiten für seine Schule erzeuge oder nicht die Verwendung nützlicher Lerninhalte und Apps einschränke. Bei Kauflösungen wäre meist nur nutzbar, was im entsprechenden App-Store vorliege. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage diskutiert, ob digitaler Datenschutz der kleine Bruder oder die große Schwester des analogen Brandschutzes sei – eine Metapher, die unterschiedliche Sichtweisen auf Datenschutz verdeutlicht. Während Brandschutz unbestritten notwendig erscheint, wird Datenschutz in der Beschaffung digitaler Technik teils als Hemmnis erlebt. Diese Blockadehaltung verweist auf Spannungen zwischen pädagogischen Anforderungen, technischer Umsetzung und rechtlichen Vorgaben. Zugleich wurde deutlich, dass Datenschutz auch produktiv gedacht werden kann – etwa im Sinne von Privacy by Design, wo Schutzrechte bereits in die Technik integriert sind. Auch Verknüpfungen mit Nachhaltigkeit – wie langlebige Geräte oder faire Produktionsbedingungen – zeigen, dass sich Datenschutz, Ausstattung und zukunftsfähige Entwicklung sinnvoll zusammendenken lassen.

Andere Barcamp-Sessions beschäftigten sich z.B. mit der Entwicklung von OER, der Lernerfolgskontrolle in Zeiten von KI und digitalen Medien im Fremdsprachenunterricht. Für das TOBIS-Team endete der Schulmedientag mit frischem Input und neu-geknüpften Kontakten im Gepäck

März 2025
TOBIS auf der mepro2025

Am 6. und 7. Februar 2025 präsentierte sich das TOBIS-Projekt auf der mepro2025 – der Arbeitstagung „Medienpädagogische Professionalisierung und Professionalität: Zusammenführung von Entwicklungen aus Theorie, Forschung und Praxis“ an der FernUniversität in Hagen. Die Tagung brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Praktikerinnen und Praktiker sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der medienpädagogischen Professionalisierung zu diskutieren. Im Fokus standen die interdisziplinäre Anschlussfähigkeit, neue Forschungsansätze und zentrale Herausforderungen der digitalen Bildung.

Im Rahmen der Tagung stellten Prof. Dr. Franco Rau (Universität Vechta) und Lena Wandner (Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften), stellvertretend für das Team um Annkatrin Bock, Stefanie Brunner, Björn Hermstein, Alexander Lang und Christin Tellisch, das TOBIS-Projekt in ihrem Vortrag „Medienpädagogische Professionalisierung im Kontext transprofessioneller Zusammenarbeit: Konzeptionelle Überlegungen zur Begleitung von Schulträgern im digitalen Wandel“ vor.

Die Präsentation beleuchtete an exemplarischen Fallbeispielen die Rolle von Schulträgern als Schlüsselakteure der digitalen Schulentwicklung und diskutierte, wie transprofessionelle Zusammenarbeit potenziell zu einer besseren und offenen Bildungslandschaft beitragen kann.