Runde 1: KI für die OER-Infrastruktur
Stand: 21. Juli 2026 – Änderungen vorbehalten
Künstliche Intelligenz (KI) hat sich bildungsbereichsübergreifend als fester Bestandteil im Bildungsalltag etabliert. Lehrende und Lernende profitieren gleichermaßen von den Chancen generativer KI. Voraussetzung hierfür ist eine leistungsfähige, bedarfsgerechte digitale Infrastruktur, die KI-Dienste interoperabel bereitstellt und in bestehende Systeme integriert.
Der Einsatz von KI soll dabei keinen Selbstzweck darstellen, sondern zur qualitativen Weiterentwicklung von Lehre und Lernen sowie zur Bewältigung gesellschaftlicher und pädagogischer Herausforderungen beitragen. Eine OER-förderliche Infrastruktur bildet hierfür die Grundlage im Hintergrund. Sie stellt unabhängig von institutionellen Rahmenbedingungen zuverlässig funktionierende, interoperable Dienste bereit, auf die Nutzende bei Bedarf barrierearm zugreifen können.
Gleichzeitig sind mit dem Einsatz von KI-Herausforderungen verbunden, insbesondere im Hinblick auf die Qualität und Verlässlichkeit von Ergebnissen, Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit, mögliche Verzerrungen (Bias), mangelnde Transparenz sowie eingeschränkte Interoperabilität und Lock-in-Effekte.
Demgegenüber stehen Potentiale zur Weiterentwicklung der Lehre, zur Erprobung innovativer Lehrszenarien sowie zur Flexibilisierung und Individualisierung von Lehr- und Lernprozessen und zum Abbau von Zugangsbarrieren.
Dieser Call for Participation (CfP) bietet die Möglichkeit, diese Herausforderungen und Chancen im Rahmen einer Förderung im Sinne der OER-Strategie zu adressieren. Vorhaben, die sich auf diesen CfP bewerben, müssen daher einen Beitrag zum sinnvollen Einsatz von KI innerhalb der bestehenden digitalen Infrastruktur für ein OER-förderliches Ökosystem leisten, indem diese erweitert oder gestärkt wird.
Anwendungsszenarien für KI finden sich überall dort, wo Software im Bildungsbereich eingesetzt wird. Beispielsweise in der Verwaltung, bei der Sammlung und Aufbereitung von OER in Repositorien, in Anwendungen zur Unterstützung von Lehre und Lernen sowie in der grundlegenden Infrastruktur zur Nutzung von KI. Mögliche Anwendungen für KI im Sinne dieses CfP sind:
- Integration von KI-Diensten in bestehende Infrastrukturen:
Entwicklung von Komponenten und Diensten, die die Einbindung und Nutzung von KI innerhalb bestehender Bildungs- und OER-Infrastrukturen ermöglichen oder vereinfachen (z. B. Schnittstellen / Middleware zur Integration von KI-Funktionen in Repositorien, Lernplattformen oder Redaktionssysteme) - Interoperabilität und plattformübergreifende Vernetzung:
Lösungen, die die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Plattformen und Diensten innerhalb des OER-Ökosystems verbessern (z. B. Entwicklung / Implementierung von Standards / Schnittstellen zur Integration von KI-Diensten; Import, Export und Konverter-Tools für Inhalte, Metadaten oder Formate zwischen 2 Plattformen; Tools zur Synchronisierung von Metadaten, Lösungen zur Reduzierung von Lock-in-Effekten) - KI-gestützte Dienste zur Unterstützung von OER-Infrastrukturen:
KI-basierte Dienste, die bestehende Plattformen funktional erweitern und die Nutzung, Auffindbarkeit und Weiterverarbeitung von OER verbessern (z. B. automatische Generierung oder Anreicherung von Metadaten, semantische Analyse und Klassifikation von OER; Übersetzung / Anpassung / Formatkonvertierung von OE, RAG-Ansätze zur Nutzung von OER in Assistenzsystemen) - Erprobungs- und Entwicklungsumgebungen:
Entwicklung von Umgebungen, die es ermöglichen, KI-Anwendungen im Kontext von Bildung und OER zu erproben und weiterzuentwickeln (z. B. Sandbox-Umgebungen zur Erprobung von KI in Lehre und Lernen; Entwicklungsumgebungen für die prototypische Integration von KI in Bildungsplattformen)
Geförderte Vorhaben sind in Übereinstimmung mit dem EU AI Act umzusetzen; die Grundsätze der Datensparsamkeit und des Datenschutzes nach DSGVO sind dabei durchgängig zu wahren.
Ebenso zu berücksichtigen sind relevante Prinzipien und Herangehensweisen für die Förderung von digitaler Souveränität.
| Förderregion | National |
| Status | Pilotphase: abgeschlossen Runde 1: laufend |
| Einreichungsfrist | Pilotphase: abgeschlossen Runde 1: 07.08.2026 |
| Laufzeit | Pilotphase: 15.10.2025 – 14.04.2026 Runde 1: 01.12.2026 – 31.05.2027 |
| Fördermittelgeber | BMBFSFJ |
Bekanntmachung
Links
Projektbeispiele der Pilotphase
Skizzeneinreichung
Ab 22.07.2026, 15:00 Uhr unter https://ptoutline.eu/app/OE_Sprints_1

Fördersumme
Maximal 52.200€ pro Verbund bzw. Einzelvorhaben
Projektlaufzeit
Als Vorhabenstart ist der 01.12.2026 geplant. Die Laufzeit des Vorhabens beträgt maximal sechs Monate. Als Ende der Laufzeit ist der 31.05.2027 vorgesehen, sofern die Laufzeit nicht kürzer ist.
Tagespauschale
Die Zuwendung erfolgt in Form eines festen Betrages. Grundlage dafür ist eine Tagespauschale in Höhe von 870 € für jeden vollen Arbeitstag (8 Stunden). Die Anzahl der kalkulierten Arbeitstage muss in einem angemessenen Verhältnis zur Umsetzung der Idee stehen. Über die Pauschale hinausgehende Ausgaben sind nicht zuwendungsfähig.
(1) Erste Tranche: Die erste Auszahlung von 15 % der Fördersumme erfolgt zu Beginn der Vorhabenlaufzeit. Voraussetzung dafür ist die Einreichung einer Zahlungsanforderung zusammen mit einer Bestätigung, dass das Vorhaben zum aktuellen Zeitpunkt wie geplant und bewilligt umgesetzt wird.
(2) Zweite Tranche: Die zweite Auszahlung von 35% der Fördersumme erfolgt zur Hälfte der Projektlaufzeit. Voraussetzung dafür ist die Einreichung einer Zahlungsanforderung zusammen mit einer Bestätigung, dass das Vorhaben zum aktuellen Zeitpunkt wie geplant und bewilligt umgesetzt wird.
(3) Dritte Tranche: Die Auszahlung der dritte Tranche 50 % der Fördersumme erfolgt nach der Erstellung, Abgabe und Prüfung des Verwendungsnachweises. Die Prüfungsfrist hierfür wird auf zwei Wochen verkürzt.
Zur Veranschaulichung zwei Beispiele:
Beispiel1:
– Es werden 40 Tage zur Umsetzung des Projekts benötigt
– 40 x 870 € = 34.800 €
– Bei Erfüllung der Voraussetzungen werden 34.800 € in drei Tranchen ausgezahlt
Beispiel 2:
– Es werden 70 Tage zur Umsetzung des Projekts benötigt
– 70 x 870 € = 60.900 €
– Da die maximale Fördersumme bei 52.200 € liegt, werden bei Erfüllung der Voraussetzung 52.200 € in drei Tranchen € ausgezahlt
Fristen
| Vorlagefrist Skizze | 07. August 2026 |
| Pitch | 22. September 2026 |
| Vorlagefrist Antrag | 06. Oktober 2026 |
| Vorhabenstart | 01. Dezember 2026 |
Formalia
Teilnahme am Pitch-Event: Die Teilnahme am Pitch-Event ist nach positiver Vorauswahl Voraussetzung für eine Förderung.
Vorhabenzusammensetzung: Teilnahmeberechtigt sind (a) Einzelvorhaben, die von einer Person, einem Zusammenschluss von Personen (z. B. als GbR) oder einer Organisation eingereicht werden oder (b) Verbundvorhaben, die aus maximal 2 Partnern bestehen.
Expertise: Die einreichenden Personen oder Organisationen müssen über relevante technische Expertise im Bildungsbereich verfügen. Dies umfasst Kenntnisse in der Entwicklung, Implementierung und Weiterentwicklung digitaler Bildungsinfrastrukturen sowie verwandte Kompetenzen, die neue Perspektiven eröffnen und einen Beitrag zur Stärkung offener, OER-förderlicher Infrastrukturen leisten. Als Nachweise könnten insbesondere Projektbeschreibungen, Referenzen, Veröffentlichungen oder Lebensläufe der beteiligten Personen gelten.
Mindestalter: Teilnehmende müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
Keine Auftragsvergaben: Die Fördermittel dürfen nicht für externe Auftragsvergaben verwendet werden.
Offene Lizenz: Die Ergebnisse müssen unter einer offenen Lizenz auf etablierten Plattformen und Umgebungen veröffentlicht, frei zugänglich und nachnutzbar sein, damit sie durch die Community weiterentwickeln werden können.
Skizzeneinreichung: Skizzen können ab dem 22.07.2026, 15:00 Uhr, über das System PT-Outline eingereicht werden. https://ptoutline.eu/app/OE_Sprints_1
Informationen zur Antragseinreichung
Im Falle einer Aufforderung zur Einreichung eines Antrags ist ein vollständiger Antrag auf Förderung auf Ausgabenbasis vorzulegen. Dieser muss folgende Bestandteile enthalten:
– Antrag auf Ausgabenbasis (AZA) – bei postalischer Einreichung mit rechtsverbindlich unterschriebenem Formantrag
– Vorhabenbeschreibung (max. 5 Seiten) – bei Verbundprojekten muss eine gemeinsam getragene Vorhabenbeschreibung vorgelegt werden.
– Kurze Zusammenfassung (zur Veröffentlichung) ca. ½ Seite
Weitere Informationen zur Antragstellung werden im Falle einer Aufforderung zur Verfügung gestellt.
Kontakt
E-Mail: oer@dlr.de (mit dem Kennwort OE_Sprints im Betreff)
Fachliche Ansprechpersonen:
Mario Ganz: +49 228 3821 2306
Jana Rademacher: +49 228 3821 1068
Administrative Ansprechperson:
Christian Wenzel: +49 228 3821 1336