Hack your Education – Bildung neu gedacht

AkronymHackYourEducation
ProjekttitelHack your Education – Bildung neu gedacht
Laufzeit01.01.2025 – 31.12.2026
Statuslaufend
AnsprechpartnerJugend hackt
Nina Schröter
E-Mail: info[ät]jugendhackt.org
Webseitewww.jugendhackt.de
Förderkennzeichen01PP24003
ZielgruppeJugendliche
ProjektschwerpunkteBildungssystem, Jugendliche, Schule, Partizipation, Vernetzung, Software, Hardware
Fördersumme600.543,04 €
Kurzbeschreibung„Hack Your Education – Bildung neu gedacht“ macht sich zum Ziel, Jugendliche als Akteurinnen und Akteure in die Gestaltung und Verbesserung des Bildungssystems und seiner Infrastrukturen auf Augenhöhe einzubinden. Jugendliche tragen somit als Stakeholder ihrer eigenen Bildung dazu bei, die OER-Strategie mit Leben zu füllen und ihre Selbstwirksamkeit durch die aktive Partizipation zu stärken.
Zentrales Anliegen des Vorhabens ist es, die Jugendlichen in Kontakt mit Expertinnen und Experten zu bringen, um einen lebendigen Austausch zu ermöglichen. Dazu können die Teilnehmenden in zwei unterschiedlichen Formaten ihre Vorstellungen von guter, zeitgemäßer Bildung bestimmen und konkrete Prototypen ausarbeiten: Zu Beginn und zum Ende des Vorhabens wird jeweils eine Konferenz „Beyond Education“ als Rahmung durchgeführt. Zwei Hackathons „Hack Your Education“ finden zwischen den Konferenzen statt. Mit dem Konferenzformat wird der inhaltliche Austausch der Jugendlichen mit Expertinnen und Experten zu Bildungsthemen befördert. Die Hackathons setzen zudem auf die praktische Umsetzung der entwickelten Ideen in Form von Konzepten, Software oder Hardware und leistet damit einen kreativen Beitrag im Rahmen der Infrastrukturmaßnahmen der OER-Strategie aus der Sicht derjenigen, die lernend im Bildungssystem agieren.
Durch diese offene und partizipative thematische Ausrichtung wird den Teilnehmenden ein größtmögliches Forum für ihre Interessen und Vorstellungen geboten, durch die sie sich als Expertinnen und Experten ihrer Lebenswelt einbringen und ihre Kompetenzen entwickeln können.

Projektlupen

Oktober 2025
Jugend hackt Berlin

Im Oktober 2025 fand Jugend hackt Berlin unter dem Motto „Hack your Education!“ im Theater an der Parkaue statt. 65 Teilnehmende arbeiteten drei Tage lang gemeinsam mit 40 Mentorinnen und Mentoren an technischen und kreativen Projekten rund um Bildung und digitale Gesellschaft.

Bereits vor dem offiziellen Start gab es Workshops, unter anderem zu Processing, Python und zum Löten elektronischer Bauteile. Anschließend startete der Hackathon mit einer gemeinsamen Projektideenphase in verschiedenen Themenräumen.
Im Verlauf des Wochenendes entwickelten die Teilnehmenden zahlreiche Projekte. Dazu gehörte etwa „Simple Study“, ein Browser-Add-on, das Texte automatisch in einfache Sprache übersetzt, um Bildungsinhalte zugänglicher zu machen. Mit „Fairedu“ entstand eine Plattform für Lehrmaterialien mit einem Tauschsystem: Nur wer Inhalte hochlädt, kann Materialien herunterladen. „Schülicloud“ wurde als Plattform für Lernmaterialien und Prüfungsvorbereitung konzipiert.

Zwei Projekte beschäftigten sich mit der Möglichkeit, ein eigenes Projekt für die MAPHEUS-Forschungsrakete zu entwickeln. Beim Projekt „BitFlip“ sollen Sensoren Daten sammeln, um Bitflips durch kosmische Strahlung zu untersuchen. „Space Tree“ konzipierte ein sensorgestütztes Ökosystem, das in Schwerelosigkeit getestet werden soll.

Weitere Projekte reichten von Hardware- und Spieleentwicklungen bis zu Anwendungen für den Alltag: „NewsMap“ visualisiert Nachrichten geografisch auf einer Karte, „Daily Guide“ ist eine Plattform zum Teilen von Tutorials, und ein „LoRa-Soundsensor“ misst die Lautstärke im Klassenzimmer und warnt bei gesundheitsschädlichen Pegeln. Mit „Flappy Rocket“ entstand zudem ein Spiel, das auf einem selbstgebauten Gameboy läuft und über einen Luftsensor gesteuert wird.

Neben der Projektarbeit gab es Zeit für Austausch, kreative Experimente und gemeinsame Aktivitäten. Das Wochenende bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, technische Fähigkeiten auszubauen, eigene Ideen umzusetzen und neue Kontakte zu knüpfen.

Mai 2025
Bildungskonferenz „Beyond Education“

Am 10. Mai 2025 kamen in Berlin 40 Personen zur Bildungskonferenz „Beyond Education“ zusammen. Die Veranstaltung bildete den Auftakt des Projekts „Hack your Education“. Ziel war es, jungen Menschen einen Raum für Austausch zu geben, sich über das System Bildung auszutauschen.

Nach einer gemeinsamen Einführung arbeiteten die Teilnehmenden den Tag über in vier Themenräumen.

Im Themenraum „Auf die Informationswelt klarkommen“ diskutierten zehn Teilnehmende gemeinsam mit dem Medienpädagogen Christoph Richter (Universität Kiel) und der Datenjournalistin Julia Barthel über den Umgang mit Informationen in der digitalen Gesellschaft. Dabei ging es unter anderem um unterschiedliche Arten von Informationen im Alltag, die Bewertung digitaler Quellen sowie die Frage, wie Wissen entsteht und wer es erzeugt. Eine zentrale Erkenntnis der Diskussion: Wissen entsteht in sozialen Prozessen – etwa durch gemeinsames Forschen, praktisches Problemlösen oder argumentativen Austausch.

Im Themenraum „Kein Para – keine Bildung?“ beschäftigten sich fünf Teilnehmende mit den Auswirkungen finanzieller Ungleichheit im Bildungsbereich. Unterstützt wurden sie von Hajdi Barz (Save the Children) und Gerd Kant (Jugend hackt, Schwerin). Ausgangspunkt waren eigene Erfahrungen aus Schule und Alltag. In der Diskussion entstanden Forderungen nach besseren Ressourcen für Schulen, mehr kreativen Freiräumen sowie kostenfreien Bildungs- und Freizeitangeboten. Auch offene Technologien wie Open Source, offene Daten und Open Educational Resources wurden als wichtige Ansätze für mehr Bildungsgerechtigkeit diskutiert.

Der Themenraum „Bildung? Selbstbestimmt!“ widmete sich der Frage, wie junge Menschen Bildung stärker mitgestalten können. Gemeinsam mit Vertretenden des Bildungswerks für Schülervertretung und Schülerbeteiligung entwickelten die Teilnehmenden Visionen einer „Traumschule“. Gewünscht wurden unter anderem mehr Mitbestimmung der Schülerinnen und Schüler, transparente Entscheidungsstrukturen, praxisnahe Lerninhalte sowie eine Lernkultur, die Fehler als Teil des Lernprozesses versteht und stärker auf Interessen und Neugier eingeht.

Im Themenraum „Hürden runter, Zusammenhalt rauf!“ setzten sich fünf Teilnehmende gemeinsam mit Vertretenden des „Sozialhelden e.V.“ mit Barrieren für Menschen mit Behinderungen auseinander. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit Ableismus entwickelten sie Forderungen für eine inklusivere Gesellschaft. Dazu zählen unter anderem barrierefreie Kommunikation (z. B. leichte Sprache und Gebärdensprache), bessere Orientierungssysteme im öffentlichen Raum sowie eine stärkere Beteiligung von Menschen mit Behinderungen in Entscheidungsprozessen.

Die Konferenz bot den Teilnehmenden die Möglichkeit Erfahrungen auszutauschen, neue Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam Ideen für eine gerechtere und offenere Bildungslandschaft zu entwickeln.