
Auf der Bildungsmesse didacta (10.–14. März 2026) präsentierte sich das Verbundprojekt „directions – Data Protection Certification for Educational Information Systems“ und informierte über seine Fortschritte auf dem Weg zu mehr Transparenz und Datenschutz im digitalen Bildungssektor.
Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch von Dr. Stefan Luther, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), am directions-Stand. In Gesprächen mit den Projektpartnern informierte er sich über die aktuellen Entwicklungen des Projekts und über die nächsten Schritte zur Etablierung eines standardisierten Datenschutz-Zertifizierungsverfahrens für schulische IT-Systeme.
Datenschutz-Zertifizierung für digitale Bildungssysteme
Das Forschungsprojekt entwickelt eine Datenschutzzertifizierung nach Artikel 42 DSGVO für digitale Informationssysteme im Bildungsbereich, etwa Lernplattformen, Videokonferenzsysteme oder Lern-Apps. Ziel ist es, die Auswahl datenschutzkonformer digitaler Werkzeuge im Schulalltag zu erleichtern und die DSGVO-Konformität von Angeboten transparent nachzuweisen.
Digitale Schulangebote verarbeiten täglich sensible personenbezogene Daten – häufig von minderjährigen Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig ist es für Schulen, Schulträger und Eltern bislang schwierig, die Datenschutzkonformität digitaler Tools zuverlässig zu prüfen. Directions schafft hier mehr Orientierung.
Zweistufiger Ansatz: Selbstverpflichtung und Zertifizierung
Directions verfolgt einen zweistufigen Ansatz für nachweisbaren Datenschutz. Zunächst können Anbieter eine Selbstverpflichtungserklärung (SVE) abgeben, die auf einem Self-Assessment basiert und datenschutzfreundliches Verhalten signalisiert. Darauf aufbauend wird eine formale Datenschutz-Zertifizierung entwickelt, die durch akkreditierte Stellen geprüft wird und einen rechtssicheren Nachweis der DSGVO-Konformität ermöglicht.
Ein wichtiger Meilenstein wurde im Februar 2026 erreicht: Erste Anbieter schulischer Informationssysteme haben die Selbstverpflichtungserklärung abgegeben und sind nun im Trusted-Cloud-Register gelistet.
Wichtiger Schritt: Antrag auf Akkreditierung
Der Messeauftritt auf der didacta fällt zudem mit einem wichtigen Projektschritt zusammen: directions hat die Zertifizierung des Verfahrens bei der Deutsche Akkreditierungsstelle beantragt. Damit wird der Weg zu einem formal akkreditierten Zertifizierungsverfahren nach Art. 42 DSGVO vorbereitet.
Nutzen für Schulen, Eltern und Anbieter
Die geplante Zertifizierung schafft Vorteile für verschiedene Akteursgruppen im Bildungssystem:
• Schülerinnen und Schüler: Schutz ihrer personenbezogenen Daten
• Erziehungsberechtigte: mehr Transparenz über die Datenverarbeitung
• Schulen und Schulträger: Orientierung bei der Auswahl datenschutzkonformer Systeme
• Anbieter: nachvollziehbarer Nachweis der DSGVO-Konformität gegenüber ihren Kunden
Der Besuch von Dr. Luther auf der didacta unterstreicht die Bedeutung des Projekts für eine vertrauenswürdige digitale Bildungsinfrastruktur und für das Ziel, datenschutzsichere digitale Lernangebote künftig einfacher und transparenter auswählen zu können.