
Der OER-Beirat ist ein interdisziplinär zusammengesetztes, fachkundiges Beratungsgremium, das strategische Empfehlungen in den Bereichen OER und OEP erarbeitet.
Er setzt sich aus zwanzig permanenten Mitgliedern zusammen. Mitbedacht sind dabei alle Perspektiven, die zur Etablierung eines OER-förderlichen Ökosystems im deutschen Bildungswesen notwendig sind: Bildungseinrichtungen mit Blick aus der Praxis, Forschung und Wissenschaft mit Blick auf evidenzbasiert-gestaltende Maßnahmen und inhaltliche Schwerpunkte, Verwaltung und Organisation, Technische Grundlagen und Strukturen zur Verzahnung des Ökosystems für einfacheres Finden, Nutzen und Weiterentwickeln von OEP (z. B. Metadatenstandards) sowie Vertreterinnen und Vertreter aus bereits bestehenden OER-Communities.
Der Beirat leistet einen entscheidenden Beitrag zur Gestaltung der lernenden OER-Strategie des BMBFSFJ, indem er nicht nur eine breite Expertise und Stakeholder-Perspektiven bündelt, sondern auch hilft, Herausforderungen, Chancen und Trends im Bereich OER und OEP zu identifizieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.
Arbeitsgruppen
Der OER-Beirat hat sich – ausgehend von festgestellten Bedarfen und aktuellen Fragestellungen – in Arbeitsgruppen (AGs) organisiert, die sich regelmäßig außerhalb des regulären Sitzungsturnus treffen.
Nachfolgend findet sich eine kurze Übersicht zu den AGs und deren inhaltlichen Schwerpunkten.
AG Pain Points (Leitung: Dr. Susanne Friz, FWU)
Die AG „Pain Points“ beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedarfe und Anforderungen Lehrende und Lernende an OER-Infrastrukturen stellen, damit das (Nach-) Nutzen von OER integraler Bestandteil im Bildungskontext wird.
Wichtig dabei ist, die richtigen Fragen zu stellen, um die konkreten Bedürfnisse festzustellen. Ist die bestehende Infrastruktur überhaupt die Lösung für das individuelle Problem im Kontext der Bildungsinstitution (z.B. Schule, Hochschule)? In unterschiedlichen Veranstaltungen mit Lehrenden und Lernenden hat die AG Pain Points systematisch erste Bedarfe und Anforderungen an OER-Infrastrukturen gesammelt und diskutiert, um Fragestellungen und Implikationen für die Weiterentwicklung daraus abzuleiten. Ziel ist es, diese Fragestellungen in den aktuellen Weiterentwicklungsprozess der OER-Strategie einzubringen, um den Nutzungsgrad digitaler, offener Lehr-/Lernumgebungen zu erhöhen und sie zu einer selbstverständlichen Realität im Bildungsalltag zu etablieren.
AG OEP (Leitung: Anja Lorenz, Institut für Interaktive Systeme Technische Hochschule Lübeck, EduCamp e.V.)
Die Arbeitsgruppe „OEP-Verständnis schärfen“ beschreibt, was Open Educational Practices über freie Materialien (OER) hinaus in der Praxis bedeuten. Im Zentrum steht OEP als Haltung und Handlung: offene Lern- und Lehrformate, die gemeinsame Erstellung und Nutzung von OER sowie eine insgesamt offene Bildungskultur. Wir arbeiten an anschaulichen Visualisierungen und einer Schärfung des Begriffs, damit OEP klarer, greifbarer und leichter vermittelbar werden. Ziel ist, OEP so erfassbar und abgrenzbar zu machen, dass Ausschreibungen und Förderprogramme klar darauf verweisen können, was im jeweiligen Fall dazugehört und was nicht. Dabei berücksichtigen wir auch förderliche Kontext- und Rahmenbedingungen wie z.B. Infrastruktur, Kollaboration und Kompetenzen.
AG OER und KI (Leitung: Heike Gleibs, Wikimedia Deutschland e.V.)
Im November 2024 fand in Dubai der dritte weltweite OER-Kongress der UNESCO statt, der Schwerpunkt lag auf dem Thema KI. Die Ergebnisse wurden als Abschlussdokument in der Dubai Declaration zusammengefasst. Die AG hat zu der Dubai Declaration eine Stellungnahme verfasst und dem BMBFSFJ zur Verfügung gestellt. Aktuell beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der Verwendung von proprietären KI-Modellen an Schulen und Hochschulen und möchte hier einen Beitrag zur Sichtbarmachung von Open-Source Alternativen leisten.
Standardpassus OER (Leitung: Prof. Dr. Frank J. Müller, Universität Bremen)
Die AG setzt sich dafür ein, dass im Sinne von „öffentliches Geld, öffentliches Gut“ ein Standardpassus in alle Förderrichtlinien des (damals noch BMBF) BMBFSFJ aufgenommen wird, der von geförderten Projekten verlangt, dass die Ergebnisse möglichst offen (Abstufungen möglich) zugänglich sein müssen. Die AG hat eine Checkliste erarbeitet, anhand derer Zuwendungsgeber die Offenheit (unter Einbezug verschiedener Dimensionen) ihrer Förderbekanntmachungen prüfen können.
Mitglieder des OER-Beirats

Guido Brombach
IG Metall

Martin Christian
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung
AGs: Pain Points, Standardpassus

Prof. Dr. Konrad Faber
Virtueller Campus Rheinland-Pfalz
AGs: Pain Points, OER und KI, OEP

Dr. Susanne Friz
FWU Institut für Film und Bild in
Wissenschaft und Unterricht gGmbH
AGs: Pain Points, OER und KI, OEP

Heike Ekea Gleibs
Wikimedia Deutschland e.V.
AG: OER und KI

Prof. Dr. Sebastian Hobert
Technische Hochschule Lübeck

Prof. Dr. Sandra Hofhues
FernUniversität in Hagen

Noreen Krause
TIB – Leibniz-Informationszentrum
Technik und Naturwissenschaften
AGs: Pain Points, OER und KI, OEP

Anja Lorenz
Institut für Interaktive Systeme, Technische Hochschule Lübeck, EduCamp e.V.
AGs: OER und KI, OEP, Standardpassus

Dr. Barbara Malina
Deutsche UNESCO-Kommission

Prof. Dr. Kerstin Mayrberger
Universität Hamburg
Vorsitzende des OER-Beirates
AGs: OER und KI, OEP

Dejan Mihajlović
Zentrum für Schulqualität und
Lehrerbildung Baden-Württemberg

Prof. Dr. Frank J. Müller
Universität Bremen
Co-Vorsitzender des OER-Beirates
AG: Standardpassus

Jöran Muuß-Merholz
J&K – Jöran und Konsorten
AGs: OER und KI, OEP, Standardpassus

Dr. Dominic Orr
Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit sowie Universität Nova Gorica
AG: Pain Points

Prof. Dr. Daniel Otto
Europäische Hochschule für Innovation und Perspektive
AG: OER und KI

Steffen Rörtgen
Hochschulbibliothekszentrum des
Landes Nordrhein-Westfalen

Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs
Rheinland-Pfälzische Technische Universität
Kaiserslautern-Landau

Benjamin Stingl
Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

Anja Tempelhoff
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie